2021 neu: Der große Bankraub und die Zeit danach!

Liebe Krimi-Freunde,

Und es geht doch weiter: Zwar habe ich meinen Kommissar August Häberle bereits im vergangenen Jahr mit „Schlusswort“ in den Ruhestand geschickt, doch dann reifte im „Corona-Sommer“ die Idee, einen großen Kriminalfall nachzuzeichnen und mit einigen fiktiven Handlungssträngen aufzubereiten. Es geht um den bis dahin größten Bankraub Deutschlands: An einem März-Abend 1982 wurde der Chef der Göppinger Kreissparkasse in der eigenen Wohnung überfallen und seine 18-jährige Tochter als Geisel entführt. Nach einer langen Nacht des Entsetzens erpressten die Täter 2,7 Millionen D-Mark. 

Als Journalist, der ich damals bei der Neuen Württembergischen Zeitung (NWZ) in Göppingen für Polizei und Gericht zuständig war, habe ich  ausführlich über das rätselhafte Verbrechen berichtet und wochenlang die akribische Ermittlungsarbeit der Kriminalpolizei verfolgt.   Dank meiner eigene Aufzeichnungen, die ich sorgfältig archiviert habe, und der Erinnerungen von ehemaligen Sparkassen-Mitarbeitern, Polizeibeamten und einem Richter des Landgerichts Ulm ist ein Roman entstanden, in dem auch mein altbekannter Kommissar August Häberle noch Platz findet. Hintergrund: Das echte Vorbild für Häberle war in seinen jungen Jahren tatsächlich mit diesem Fall konfrontiert und hat dazu beigetragen, dass die Geiselgangster 17 Jahre später vor Gericht standen. Bis dahin hatten sie noch unzählige weitere Straftaten begangen, so etwa die Entführung der Schlecker-Kinder in Ehingen. Weil sie trotz aller Kaltblütigkeit mit ihren Opfern einen meist höflichen Umgangston pflegten, haftete ihnen der zweifelhafte Ruf von „Gentlemen-Gangstern“ an. So auch der Titel des Romans. 

Das rätselhafte Abtauchen der ingesamt drei Räuber, die vergebliche Fahndung bei „Aktenzeichen xy … ungelöst“, aber auch ihre Vorgehensweise und einige Merkwürdigkeiten, die sich rein zufällig ergeben hatten,  boten Raum für allerlei verrückte Spekulationen, unter denen die Betroffenen bisweilen sehr zu leiden hatten. Denn vieles, was in der Folgezeit in und um diese Stadt geschah, weckte immer wieder aufs Neue die Erinnerungen an den großen Bankraub, der tatsächlich voller Geheimnisse und dubioser Zusammenhänge zu sein schien.  

Es war in den Jahren danach, wie ich es heute sehe, ohnehin eine ziemlich aufregende Zeit: in oder um Göppingen gab es ungewöhnlich viele mysteriöse Todesfälle und Vorkommnisse, womit die Gerüchteküche weiter angeheizt wurde.

Ich habe deshalb versucht, echtes Zeitgeschehen einzubinden, so dass der einheimische  Leser trotz anonymisierter Namen raten darf, wer in in den einzelnen Handlungssträngen gemeint ist. Letztlich erwähne ich auch die innovative Leistung eines Mittelständlers, der just zwei Tage vor dem Berliner Mauerfall in Leningrad (heute: Sankt Petersburg) ein schwäbisches Lokal eröffnet hat, wo ich dabei sein durfte. Allerdings folgte der Euphorie später der Niedergang, möglicherweise durch Mafiosi. Heute soll das Lokal unter anderer Führung eine gute Adresse sein. 

Kurzum: vieles, was in diesen Jahren in Göppingen außergewöhnlich war, beschreibe ich aus eigener Anschauung. Der Spannungsbogen bleibt sogar noch über einen Zeitraum von  20 Jahren hinweg aufrecht erhalten, als die Geiselgangster längst hinter Gitter gebracht worden waren.  Der (fiktive) Showdown findet erst 2019 statt. 

Was für Ortsfremde eben ein Kriminalroman mit realem Bezug ist, werden Kenner der Filstal-Szene noch unter einem ganz anderen Aspekt sehen – und sich bisweilen fragen: was ist nun wahr und was Fiktion? 

Der Kriminalroman „Gentlemen-Gangster“ ist wieder im Gmeiner Verlag Meßkirch erschienen. Leider kann ich angesichts der Corona-Bestimmungen keinen meiner schon zur Tradition gewordenen „Krimi-Abende“ veranstalten – und von reinen Online-Veranstaltungen sehe ich ab. Sobald es die Corona-Lage erlaubt, werden einige Veranstaltungen aber nachgeholt. 

Erhältlich ist mein Romane ab Mitte Februar in allen Buchhandlungen. Natürlich kann man auch bei „Amazon“ bestellen, aber meine Bitte ist: unterstützen Sie den örtlichen Buchhandel!  Denn was wären unsere Städte ohne diese Geschäfte?

Wenn Sie einen Vorgeschmack auf den neuen Krimi bekommen möchten, schauen Sie doch mal hier rein:

Nachfolgend ein Video-Vorgeschmack auf den Kriminalfilm, der zu meinem Roman „Schlusswort“ aus dem Jahr 2020 in Bad Waldsee gedreht wird. Der dortige Filme-Macher Elmar Maronn hat mit einem engagierten Team längst mit den Dreharbeiten begonnen, wurde jedoch auch von Corona ausgebremst. Sobald es wieder möglich ist, geht’s weiter, so dass man sich auf den Film freuen darf.

Es grüßt Sie herzlichst

Manfred Bomm 

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Statt viel zu lesen, möchte ich mein Publikum mit Hintergründigem und Satirischem unterhalten.